Ruhiger Sonntag? Von wegen…
Es gibt sie doch noch, die jungen Leute, die für ihr Hobby kostbare Zeit opfern. So reisten die Handballer des HC Kaltenbach am frühen Sonntagabend nach Baden im Kanton Aargau. Einzig jene Personen, die für ihren Einsatz bezahlt werden, die Schiedsrichter, waren nicht auffindbar. Sie standen im Stau, und wenn man aus Bern anreist, ist das nachvollziehbar. Doch auch hier sprangen wieder junge Leute ein: Ein ambitionierter Nachwuchsschiedsrichter des gegnerischen Vereins übernahm kurzerhand und ermöglichte so einen pünktlichen Spielbeginn im Aue.
Und wie es losging! Von Müdigkeit nach der Anreise oder sonstigem Sonntagabendgähnen war keine Spur. Die Kaltenbacher legten direkt eine Führung von 1:4 hin. Dann zeigte aber auch der Gegner sein Können und kämpfte sich bis auf ein 3:4 heran. Doch wer sind diese Gegner eigentlich? Die HSG Siggenthal Espoirs, die jungen Wilden. Nach einem kurzen Aufbäumen der Gastgeber übernahmen die Kaltenbacher wieder das Zepter und gingen mit einer Führung von 11 zu 15 in die Pause.
Für die zweite Hälfte war nun wirklich alles angerichtet. Das Schiedsrichterduo war umgezogen und bereit, und der eingesprungene Schiedsrichter übernahm nun die Rolle des Speakers. Der HCK hatte Anwurf. Ein idealer Ausgangspunkt, denn direkt nach der Pause ein Tor erzielen zu können, noch dazu in Überzahl, da der Gegner vor der Pause eine Zeitstrafe kassiert hatte, sind beste Voraussetzungen. Doch natürlich produzierte das Team prompt einen Fehlwurf. Die Gegenseite startete jedoch ähnlich holprig und vergab einen Penalty.
Je länger die Partie dauerte, desto hitziger wurde sie. Von einem ruhigen Sonntagabend konnte keine Rede sein. Kurz vor Schluss verkürzten die Espoirs aus Siggenthal nochmals auf 28 zu 29. Doch dann profitierte der HCK von seiner mittlerweile sechsjährigen Erfahrung in der 2. Liga und brachte das Spiel routiniert mit 28 zu 33 nach Hause.

